30.03.2017 | Grauer Kapitalmarkt

Lombardium-Vermittler wahren ihre Interessen im Insolvenzverfahren

Dr. iur. Thomas Pforr
Tel. 03695 / 606250
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"Ganz ehrlich, damit habe ich so in dieser Form nicht gerechnet!" Rechtsanwalt Dr. Pforr ist Anlegerschützer aus Leidenschaft und daher auch gut aufgehoben im vorläufigen Gläubigerausschuss zum Insolvenzverfahren der Ersten Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. KG. In den ordentlichen Gläubigerausschuss schaffte es der engagierte Jurist leider nicht, ebenso wie andere Anlegerschutz-Anwälte, die sich am vergangenen Mittwoch in Chemnitz bei der Gläubigerversammlung mit ihren Stimmen einer gewaltigen Übermacht aus Vermittlerinteressen gegenübersahen. Kurzum: mehrheitlich beschlossen die "Gläubiger", den Ausschuss um drei auf drei Personen zu verkleinern und die drei Anlegeranwälte vor die Tür zu setzen.

Einigen Vertriebsspitzen war es durch Einwerbung und Bündelung von Anlegerstimmen, mit welchen sie die Stimmmehrheit in der Gläubigerversammlung erreicht haben, gelungen, ihre Vorstellungen der Arbeit eines Gläubigerausschusses vollständig durchzusetzen und sonstige Interessen auszusperren. Dr. Pforr: "Insbesondere die IG Lombardium als vermeintliche Wahrung von Anlegerinteressen hat hier ihre starke Beziehung zu Vermittlerschutzinteressen gezeigt!"

Insofern befindet sich nunmehr aufgrund dieser strategisch eingeworbenen und eingesetzten Anlegerstimmen durch das Abstimmungsverhalten des Rechtsanwalts der IG Lombard, Dr. Sieprath, dieser als einziger Rechtsanwalt im Gläubigerausschuss, neben den Herren Schreiber und Stütz. Dabei hat Herr Stütz selbst immense Anlagesummen im Rahmen seiner Vertriebstätigkeit an Kunden und Anlegern für die Erste Oderfelder Beteiligungsgesellschaft mbH & Co KG eingeworben.

Damit befindet sich kein Rechtsanwalt im Gläubigerausschuss, der die Verantwortlichkeit des Vertriebs und der Vertriebsmitarbeiter prüfen kann, da dies berufs- und standesrechtlich für Dr. Sieprath als Vertreter der IG Lombard ausscheidet.: "Der Vertrieb hat sich hier über die vorbenannte Vorgehensweise nicht nur einen Schutzwall aufgebaut, sondern eine starke Einflussnahme im Insolvenzverfahren unter Ausschluss der ursprünglich im Gläubigerausschuss befindlichen reinen Anlegerschutzanwälte realisiert - auch wenn das nicht Sinn und Zweck des Gläubigerausschusses ist.

Neben den Wahlen gingen die ernüchternden bis schockierenden Informationen fast unter:  So wurden ca. 80 Mio. EUR eingezahltes Anlegerkapital zur Insolvenztabelle zur Rückzahlung angemeldet. Nach vorsichtigen vorläufigen Schätzungen der Insolvenzverwaltung steht jedoch allenfalls ein Vermögen von ca. 4 Mio. EUR zur Verteilung im Raum. Daneben wurden weitere Zahlungsansprüche erörtert, die seitens der Insolvenzverwaltung im Rahmen der Insolvenzanfechtung gegenüber Anlegern durch die Insolvenzverwaltung geprüft werden.

Dies bedeutet zusammengefasst, dass der einzelne Anleger lediglich mit einer Insolvenzquote nach derzeitigem Sachstand von etwa 5 % rechnen kann, vorbehaltlich der weiteren Entwicklung und zudem im konkreten Einzelfall auch noch mit Rückzahlungsansprüchen der Insolvenzverwaltung konfrontiert werden könnte.

Im weiteren Verfahren sind jetzt  ca. 12.000 Seiten staatsanwaltschaftliche Ermittlungsakten durch die anwaltlichen Vertreter durchzuarbeiten, soweit Ansprüche gegen die Fondsbetreiber betroffen sind, verbunden mit der Problematik der Zahlungsfähigkeit des jeweiligen Anspruchsschuldners.

Jetzt Vermittler in Regress nehmen

Laut Dr. Pforr ist für jeden Anleger dringend Handlungsbedarf geboten, sich in allen denkbaren Richtungen gegen diesen drohenden Schaden abzusichern. Aus der Insolvenzverwaltung heraus wird der Anleger schlimmstenfalls noch draufzahlen, wenn er von rechtlich begründeten Rückzahlungsansprüchen des Insolvenzverwalters betroffen wird.

Vermittler in Regress zu nehmen, erscheint zunehmend als wirklich Erfolg versprechende Option. Die Kanzlei Pforr empfiehlt sofort und unmittelbar, sich anwaltlich vertreten zu lassen, um die eigenen Schadensersatz- bzw. Schadensfreistellungsansprüche gegen den eigenen Anlageberater prüfen und durchsetzen zu lassen. Klar und deutlich muss gesagt werden, dass ohne den Vertrieb und die in vielen Fällen ungeprüfte Übernahme und Verwendung des Werbematerials der Fidentum GmbH durch einzelne Berater viele Anleger das Produkt nicht gekauft hätten. Insbesondere wurde nämlich in einer Vielzahl der Fälle im Beratungs- und Verkaufsgespräch durch den Berater das Finanzprodukt der Lombardium-Gruppe als „Festgeldersatz“ oder als „festgeldähnlich sicher“ beworben.

Wäre das Produkt in diesen Fällen nicht so beworben worden, wären in  einer Vielzahl von Fällen die Anleger jetzt nicht in der Gefahr des Kapitalverlustes und darüber hinaus sogar der Gefahr der weiteren Zahlungspflicht an die Insolvenzverwaltung. Dr. Pforr: "Daraus ergibt sich eine Verantwortlichkeit der Vermittler für die entstandenen Schäden!"

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